Gruppenbild Aguas Frías spielende Kinder im Hof Kinder am langen Tisch Frau in der Küche Kinder im Bach

Blog aus Ecuador

Was mit den Spendengeldern in diesem Jahr gemacht wurde

Frank Isfort am 25. August 2019

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Außer den üblichen Ausgaben für Bildung und Gesundheit hatten wir einige bauliche Maßnahmen.

Wir haben eine große Dachverlängerung gemacht damit wir mehr Platz haben um Unterricht zu machen und die Kinder im trockenen spielen können. Im selben Zeitraum hat der Meister noch Tische um die schon zurechtgeschnittenen Tischplatten geschweißt, weil es bei den mittlerweilen vielen Kindern eng geworden ist. Vorher habe ich schon vier Tische für den Computerraum machen lassen der jetzt auch fertig und benutzt wird.

Im Computerraum mussten weitere Steckdosen angebracht werden und im gleichen Atemzug sind noch weitere Lampen im Außenbereich angebracht worden. In der oberen Klasse und im Computerraum gibt es jetzt Gardinen, damit wir tagsüber abdunkeln und mit dem Projektor wirkungsvoller arbeiten können. Da Gardinenzubehör in Ecuador sauteuer ist, habe ich preisgünstige Alternativen im Baumarkt gefunden.

Xiomara hat mir beim anbringen der Stangen geholfen. Eric und die Jungen haben die Gardinen aufgehängt und damit sie nicht stören, habe ich sie mit Kettchen an der Wand befestigt. Als ich die Gardinen zum ersten Mal für Ivonnes Vortrag zugezogen haben, sind die Fledermäuse aufgeschreckt die sich in den Falten eingenistet haben. Die sind dann minutenlang rumgeflogen, um neue Ritzen und Spalten zu finden und haben die Mütter erschreckt.

Um den Platz für die Erstklässler abzugrenzen habe ich eine kleine Holzbegrenzung gezimmert und im Büro weitere Ablagemöglichkeiten gebaut und unser Material neu geordnet, damit es auch übersichtlicher für unsere Helfer wurde.

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Dann noch viele weitere Kleinigkeiten, wie neue Teile für die Klospülung, Klodeckel, Fliegengitter, Verbesserungen in der Küche, ein neues Türschloss für den Computerraum und einen weiteren Tresor. Eine weitere Tafel wurde angeschafft und immer mal wieder Unterrichtsmaterial oder neue Uniformteile gekauft. Ein Teil des Geldes wird auch für Fahrgeld für 6 unserer Kinder benutzt, damit sie nach Atacames in eine weiterführende Schule gehen können.

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Die Holzpfosten am Frauenhaus und am Zaun und zur Straße hin waren angefault. Die Pfosten am Zaun haben wir gegen Metallrohre ausgetauscht und am Frauenhaus haben wir Winkel angebracht und in Beton gesetzt. Das ist jetzt auch bombensicher oder hier eher erdbebensicher. Da wird nichts mehr wegbrechen können. Einige Wände haben die kleinen Wilden beschmiert, bei anderen ist die Farbe weggekratzt worden oder war unansehnlich. Jetzt werde ich immer mal wieder einen Teil streichen und die untere Klasse bekommt Keramikfliesen. Bevor ich die Kletterwand neu streichen konnte, mussten alle Griffe abgeschraubt und hinterher wieder angeschraubt werden. Da hat sich herausgestellt, dass viele Schrauben vergammelt waren und einige beim herausschrauben leider abgebrochen sind. Probleme mit der Super-Qualität hier. Da durfte ich neue Löcher bohren damit alle Griffe wieder an die Wand konnten.

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So stehen immer Kleinigkeiten an die repariert oder verbessert werden können. Das was ich selber machen kann, mache ich. Weil es mir Spaß macht und auch um Geld zu sparen. Bei den anderen Arbeiten sehe ich zu, dass es Nachbarn oder Leute aus Aguas Frías machen. Meistens helfen Erik und einige Jungs seiner Sippe, Giovanni, Dixon und sein Vater mit. Wenn arbeiten anfallen die wir nicht können, treibt Pedro schon jemanden auf, wie den Meister mit dem Schweißgerät. Das hätte ich eher wissen müssen, doch auf den Gedanken bin ich nicht gekommen. Ich habe vorher Tische in einer kleinen Schlosserei machen lassen, die pro Stück 80 Dollar gekostet haben, was der normale Preis ist. Der Meister verlangt 35 Dollar am Tag, schafft vier Tische am Tag und die Metallteile kostet 16 Dollar pro Tisch. Da hat also ein Tisch nur 25 Dollar gekostet und die Transportkosten sind auch weg gefallen. Dann kommen natürlich noch Farbe und die Tischplatte dazu, was noch einmal ca.15 Dollar aus macht.

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Da Genesis, als sie zur Schule musste, mir ihren Sohn Aldair aufs Auge gedrückt hat, weil keiner der Sippe auf ihn aufpassen konnte oder wollte, habe ich Pedro gefragt, ob er einige Dinge in Atacames kaufen könnte die noch fehlten. Das mache sonst ich. Er saß dann „stundenlang“ am Straßenrand, hat auf den Bus gewartet und keines der Motoradtaxis genommen die vorbei kamen. Als ich ihn gefragt habe warum, meinte er, der Bus kostet nur die Hälfte. Das stimmt, nur seine Arbeitszeit die er da wartet, kostet mehr.

Ich haben zwar Plastikplanen zum darunterlegen gekauft, doch als die Metallrohre gestrichen wurden kamen sie nicht drauf, das man die Folien auch benutzen kann oder legten Folien da aus, wo es nicht nötig war. Bei den Schweißarbeiten hat der Meister aus den Abfallrohren noch einen Grill gebastelt. Ich habe ihn Pedro und Dixon gegeben, weil in der Sonnenschule kaum gegrillt wird und Pedros Familie ihn gut gebrauchen kann. Wenn ich ihn mal brauchen sollte hohle ich ihn mir.

Damit die kleinen Wilden etwas gebändigt werden, habe ich an verschiedenen Stellen der Sonnenschulenoch kleine Türchen anbringen müssen, damit sie nicht überall herum toben und Chaos verbreiten.

Im medizinischen Bereich sind die meisten Ausgaben für Medikamente, Fahrgeld um ins Krankenhaus zu kommen, auch eine Darmspiegelung bei unserer Studentin Genesis und die Gallenblasenoperation bei unserer Schülerin Genesis. Die Operation war im staatlichen Krankenhaus von Esmeraldas umsonst, doch einige der Voruntersuchungen habe ich bezahlen müssen. Dann habe ich noch unseren Erste Hilfe Kasten vergrößert.

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Weitere Nähmaschinen sind nötig

Wir wollen den Müttern, Kindern und anderen Interssierten wieder die Möglichkeit geben, Grundkenntnisse des Nähens zu erlernen, damit sie nicht für alles zum Schneider gehen müssen. Vielleicht wird dadurch auch das Interesse für einen Gelderwerb geweckt oder wenigstens um Kleidung selber zu nähen oder Teile der Schuluniformen.

Anfang des Jahres habe ich zur Probe eine Nähmaschine gekauft und Isabel hat letzten Monat angefangen einigen Mädchen und Müttern die Nähmaschine zu erklären und ihnen eine Anleitung gegeben. Als Isabel die Gardinen genäht hat haben auch zwei unserer Mädchen geholfen.

Um jedoch wieder Kurse anbieten zu können fehlen uns weitere Nähmaschinen. Mal sehen ob ich bis Jahresende das Geld dafür habe noch drei oder vier weitere Nähmaschinen kaufen zu können. Dann können wir wie früher wieder Kurse geben und die Mütter motivieren. Jetzt bleiben einige Mädchen samstags nach dem Unterricht in der Sonnenschule um die Grundkenntnisse zu lernen. Eine weitere Nähmaschine werde ich die nächste Zeit kaufen und dann warte ich ab wie das Interesse und das Durchhaltevermögen ist. Nicht das die Dinger dann bei uns herum stehen und vor sich hin gammeln.

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