Gruppenbild Aguas Frías Frau in der Küche Unterrichtsort mit interessiertem Kalb Unterrichtsort in der Kirche Kinder mit Schwein

Blog aus Ecuador

Was macht der Klassenbau?

Frank Isfort am 4. Oktober 2012

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Mit unserer Sonnenschule wollen wir ein Zeichen setzen und den Leuten in Aguas Frías zeigen, dass es auch mit relativ geringen Mitteln möglich ist, ein schönes solides Haus zu bauen. Teuer und unerschwinglich ist es aber für die meisten im Tal. Die obere Etage einen Meter über gebaut, damit wenn es regnet, man trocken um das Haus laufen kann. Ist praktisch, denn in der oberen Etage hat man dadurch auch mehr Platz. Mit ein paar Nischen sieht es außerdem gut und abwechslungsreich aus und kostet nicht viel mehr. Auch werden wir große Fenster haben und nicht so kleine Schießscharten, wie es viele Ecuadorianer lieben.

Aus unserer geplanten einfachen provisorischen Bambusschule ist ja ein stattlicher Bau geworden. Da habe ich mich von anderen Organisationen auch umstimmen lassen, wie z. B. Malte vom Hilfsprojekt Salem in Mindo. Direkt vernünftig solide bauen, Erdbebensicher und auch so, dass wir für die geplanten Zukunftsprojekte problemlos erweitern können. Gegen Holz und Bambus spricht auch die Sicherheit, die Lautstärke (Holzbauten sind laut), das Klima, Termiten und eine holzfressende Bienenart. Wegen dem Raumklima im heißen tropischen Sommer werden wir die Außenwände in den oberen zwei Zimmern trotzdem zur Hälfte in Holz oder Bambus machen. Das bringt zusätzlich noch Abwechslung in den Bau. Dazu fehlt uns aber noch das Geld. Für dieses Jahr ist jetzt alles ausgegeben und die großen Summen kommen wahrscheinlich auch nicht mehr rein. In der Regenzeit werden wir deshalb wohl Plastikfolien zum Schutz vor dem Regen spannen müssen.

Dank einer großzügigen Spende einer Norddeutschen Stiftung sind wir aber viel weiter gekommen als gedacht. Ein Teil dieses Geldes ist auch für neues Lernmaterial, Lernspiele und für Aktionen verwendet worden.

Um den Murks den die Arbeiter fabriziert haben wieder einigermaßen auszubessern, musste ich bis jetzt viel Zeit investieren und habe noch einiges vor mir. Isabel hat für die verschiedenen Bauabschnitte feste Preise ausgehandelt, doch am Ende der von den Arbeitern festgelegten Zeit, wurde hopplahopp auf Teufel komm raus die Arbeit fertiggestellt. Das sah dann so aus, das die Fliesen in den Kindertoiletten wie nach einem Erdbeben aussahen und teilweise nicht verfugt wurde. Man weiß es nicht ob es ein Fehler mit den Festpreisen war, andererseits haben viele davon abgeraten Tageweise zu bezahlen. Dann soll noch weniger gearbeitet werden. Hier gibt es leider nur sehr wenige, wie mein Feuerwehrkollege Peter Becker, die schnell, sauber und zuverlässig arbeiten. Aber im Großen und Ganzen ist die Arbeit für die Verhältnisse hier ganz gut geworden.

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Auch wenn es mit der Arbeitsmoral nicht so weit her er ist, einige der Helfer aus Aguas Frías haben jedoch das Gegenteil bewiesen und wirklich gut gearbeitet. Auch haben sich bis jetzt alle respektvoll verhalten und was in Ecuador sehr selten ist, es ist beim Schulbau nichts geklaut worden, obwohl es sehr leicht gewesen wäre. Ich war mal für drei Tage in Súa, um im Internet zu arbeiten, da es in Aguas Frías keinen Empfang hat. Als ich wieder zurück nach Aguas Frías kam, lag schön für alle sichtbar, einiges Werkzeug auf der unteren Klassenmauer. Habe ich vergessen fort zu räumen und es war noch alles da. Die Menschen hier aus dem Tal loben sich dafür und meine Bekannten in Esmeraldas und Quito können es nicht verstehen. Es ist auch ein Zeichen, dass unsere Arbeit und Hilfe geschätzt wird.

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Nach der immensen Arbeit, können wir jetzt jedenfalls Unterricht in zwei Klassen geben, wobei die obere Klasse wegen der Aussicht von den Kindern bevorzugt wird. Da ist auch mehr Platz zum toben. In ein paar Tagen ist Hector mit den Vorbereitungen für die Holzverkleidungen der Pfeiler in den Klassen fertig. Dann können wir die Holzteile zusammensetzen. Gerade mauer ich das Untergestell für eine Spüle, die außen neben die Kindertoiletten kommt. Da kann dann auch ohne Probleme mal in der Regenzeit versautes Zeug gewaschen werden. Langsam, Schritt für Schritt, wächst die Schule und wird mehr benutzbar.

Es gibt leider noch keine Küche. Wir sparen darauf eine größere zu bauen. Ich habe für uns erst einmal einen kleinen Gaskocher in die Dusche vom Büro gestellt, die jetzt noch sicherer Aufbewahrungsraum für Sachen und Werkzeug ist. Dort können wir wenigstens Kaffee und mal ein Essen für uns machen. Gedacht ist, das die Mütter später dann z.B. Snacks, Tortillas und Kuchen machen, die in Atacames am Strand an die Touristen verkauft werden sollen.

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