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Blog aus Ecuador

Was macht das Frauenhaus?

Frank Isfort am 4. April 2016

Frauenhaus

Das Frauenhaus wird leider nicht so angenommen wie die Leute vorher gesagt haben und steht oft leer. Bedarf ist da, doch in der Nachbarschaft der Frauen wird gelästert und sie trauen sich wegen dem neidischen Gerede nicht.

Phasenweise kommen Belinda (9 Jahre) und Grizyeli (10 Jahre) für einige Tage, weil die Mutter manchmal tagelang irgendwo anders ist und die Beiden sich selbst überlässt. Ich bin eh schon Vaterersatz für die Zwei geworden. Sie lieben es, abends allein im Frauenhaus zu sitzen und auf dem Laptop Barbie-Filme zu sehen oder zur Musik zu tanzen.

Frauenhaus

FrauenhausFrauenhausFrauenhausFrauenhausFrauenhaus Ana nutzt es, um ungestört mal mit ihren Kindern zu sein. Sie ist mit ihrem Mann auseinander. Ihre Tochter Isabel wohnt weiter im Haus der Schwiegereltern und der Sohn Pipe ist mit ihr ins Haus ihrer Mutter gezogen, wo eh kaum Platz ist. Sie hat auch eine Nacht im Frauenhaus geschlafen, doch entgegen den Abmachungen hatte sie Männerbesuch in der Nacht. So hat sie ihre Chance verspielt.

Dariana kam früher auch zu unserer Hilfe. Jetzt ist sie 18 Jahre alt und hat ein Baby. Das Baby war schon einige Wochen alt und hatte noch keinen Namen. Bei Evelyn mit ihrem Baby, die mit 15 Jahren ihr Kind bekommen hat, war es genau dasselbe. Da ich damals an die tausend Namen aus dem Internet kopiert habe, habe ich mir Dariana geschnappt, an den Computer gesetzt und gesagt – such. Ihre Schwester und einige unserer Kinder haben dann fleißig mitgeholfen. Jetzt heißt der Kleine Keiler Manuel.

Dariana kommt oft vorbei, um im Frauenhaus ihr Kind zu stillen und „allein“ zu sein. Allein heißt eher, sich mit der Nachbarin auszutauschen, in Ruhe mit ihrer Freundin reden und ein Essen zu bekommen.

Sie wohnt sehr abgelegen, ohne Strom und ärmlich. Da sie und das Baby oft zerstochen aussahen, habe ich ihr von uns zwei alte Mückennetzte gegeben, damit sie wenigstens nachts ruhe vor den Mücken haben. Da unsere Volontärin Simone auch Babyspielzeug mitgebracht hatte, konnte Dariana sich was für ihr Baby aussuchen. Von Mercedes, eine unserer Helferinnen, hat sie einen Kinderwagen bekommen. Den haben wir dann gemeinsam in der Sonnenschule erst einmal gründlich gesäubert. So hat sie jetzt Dinge, die sie sonst nie hätte bekommen können.

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