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Blog aus Ecuador

Von Deutschland in die Welt zur Sonnenschule

Tobias Regesch am 22. Mai 2016

TobiasTobias

Mehr als ein Jahr ist es jetzt schon her, als ich Deutschland für ein großes Abenteuer verlassen habe.

Meine Reise ging von Deutschland nach Kenia in Afrika quer durch Südamerika bis nach Ecuador, wo ich derzeit beim Kinderhilfsprojekt San Andrés bin.

Warum entschließt sich ein 33-jähriger Mediengestalter mit tollem Job eine solche Abenteuereise zu machen? Ich habe mich oft gefragt, ob das geregelte Arbeitsleben nun alles ist, was es gibt: Arbeiten um zu leben. Wie läuft das an anderen Orten auf der Welt? Wie sieht der Alltag in Ländern aus, in denen der unendliche Konsum und der Kapitalismus noch nicht so ausgeprägt sind wie bei uns? Solche Fragen waren für mich der Anlass das geregelte Leben zumindest für eine Weile hinter mir zu lassen.

Als Freiwilliger konnte ich für ein halbes Jahr an einer Grundschule in Kenia tiefgehende Erfahrungen mit einem ganz einfachen Leben in einem wenig entwickelten Land hautnah erleben. Es gab wundervolle Erlebnisse. Das Lächeln von Waisenkindern, nach einem – wohlgemerkt ganz einfachen – gemeinsamen freien Tag ist unbezahlbar. Tief erschüttert hat mich dagegen der Tod von zwei Kindern, die an durchaus heilbarer Malaria erkrankt waren.

Nach meiner unheimlich intensiven Zeit in Afrika habe ich meine eigentliche Reise in Rio de Janeiro begonnen. Gemeinsam mit einer gleichgesinnten Freundin aus Deutschland bin ich langsam und oft abseits der normalen Backpackerrouten durch einen Großteil der Länder Lateinamerikas gereist. Von Hostal zu Hostal über Arbeit-gegen-Unterkunft-Projekte oder auch im Zelt. In den Monaten habe ich bis jetzt so viele tolle Momente erlebt. Der geniale Sonnenaufgang nach einer vierstündigen Nachtwanderung auf einen 1000 m hohen Berg, die Gletscherwanderung auf dem zweitgrößten Eisfeld der Welt, Delfine und Pinguine vom Strand beobachten, riesige Metropolen erkunden … all das werde ich sicher nicht so schnell vergessen.

Reisen ist teuer. Und damit meine ich vor allem das Vorwärtskommen und die Unterkünfte. Daher habe ich zuletzt nach einigen kostenintensiven Monaten noch einmal nach einem Projekt gesucht, in dem ich mich engagieren kann und dafür eine Bleibe für einige Wochen bekommen kann. Nach vielen Absagen von Projekten der Online-Freiwilligen-Börse Workaway habe ich wie durch Zufall die Webseite des Kinderhilfsprojekt San Andrés in der Nähe von Atacames, Ecuador gefunden. Nach kurzfristigem Emailkontakt war klar, dass ich das Projekt besuchen darf.

Ich bin jetzt schon seit einigen Tagen vor Ort. Gefühlt irgendwo in der Mitte des Nichts – im Dschungel Ecuadors. Die ersten Tage waren sehr aufregend und voller schöner Momente. Obwohl mich vieles an die einfachen und ärmlichen Verhältnisse in Kenia erinnert fühle ich mich wohl und schätze die Gastfreundschaft des Projektleiters Frank Isfort sehr. Ich freue mich auf weitere Erfahrungen, die ich in den nächsten Tagen und Wochen ganz sicher machen werde. Drei interessante und aufregende Spiel- und Unterrichtstage habe ich bereits erlebt. Darüber schreibe ich dann sicher ganz bald hier.

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