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Blog aus Ecuador

Tsunami & Aguaje (Springflut)

Frank Isfort am 11. März 2011

Sua-Strandpromenade

El Pacífico, der friedliche Ozean, hat wegen seines Vulkangürtels trotzdem Tücken, wie der Tsunami in Japan gezeigt hat.

An jenem Morgen des 11. März 2011 unterschrieb Präsident Rafael Correa das Dekret 692 und rief wegen der Tsunami-Gefahr, mit sofortiger Wirkung für 60 Tage den Ausnahmezustand aus – übrigens als einziger Staat. Es folgte eine Panikmache ohne Ende, die allein in Esmeraldas drei Tote verursacht hat. Die Menschen flüchteten teilweise schon morgens mit ihren Sachen in höher gelegene Gegenden, obwohl die angekündigte Welle erst um 19 Uhr an Ecuadors Küste hätte ankommen sollen. Auch als längst klar war, dass die Welle nicht höher als 30 - 50 cm sein würde, drängten die Militärs in den meisten Küstengebieten die Menschen in höhere Landesteile. Das war Pech für die Surfer, die ihr Leben lang auf solch eine Welle gewartet hatten.

Zwei Stunden vorher waren Filmaufnahmen aus Galápagos zu sehen, wo die Welle um die 30 cm hoch gewesen war. Ich war während des Tages in Esmeraldas-Codesa bei Isabel und die Stadt war wie ausgestorben. Die meisten Geschäfte waren zu und es waren kaum Menschen auf der Straße, obwohl der Stadtteil so hoch liegt, dass dort nie eine Welle hingelangen würde. Die Menschen hatten wegen die Bilder aus Japan so eine Furcht, dass selbst Wochen später die Strände noch fast menschenleer waren.

Sua-SpringflutUm Karneval herum sorgen Sonne und Mond immer für eine Aguaje (Springflut). Dann können die Wellen bis fünf Meter hoch werden und Ebbe und Flut sind stärker ausgeprägt als normal, was nicht sehr toll ist. In Súa wurde die Strandpromenade zu weit zum Meer gebaut, dass die Wellen heftig dagegen klatschten, mit Wucht senkrecht hochschossen und das Wasser über die Strasse lief. Das sah imposand aus!

Súa StrandpromenadeDoch wie erwähnt, El Pacifico ist ein ruhiges Meer. Die Häuser werden hier bis zum Strand gebaut, was z. B. an der Nordseeküste unmöglich wäre. Dort muss die Küste mit Deichen geschützt werden.

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