Gruppenbild Aguas Frías spielende Knaben unter dem Haus Baby mit Schwein im Hof zuversichtlich in die Zukunft Frau in der Küche

Blog aus Ecuador

Probleme und Auswirkungen des Aufstandes

Frank Isfort am 11. Oktober 2019

Proteste

Endlich raus aus dem Pulverfass Quito. Ich bin jetzt in einer ruhigen Gegend, wo überhaupt nichts passiert ist und die Wolken vom Nebelwald alles abhalten, auch die Touristen die es sonst viel hier hat.

Außer einer Handvoll Ausländer die hier festsitzen ist Tote Hose. Die Touristen in Quito hatten wenigstens die Möglichkeit mit dem Flugzeug das Land zu verlassen. Diejenigen, die es im Land erwischt hat, hängen fest. Busse fahren nicht, es gibt keine Inlandsflüge und Autos kommen höchstens bis zur nächsten Straßensperre. Die werden sich bestimmt noch lange an ihren Urlaub in Ecuador erinnern.

Die Einheimischen in bestimmten Gegenden auch. Mitten im Indioland liegt die Stadt Ambato. Die wurde von den Aufständischen von der Welt abgeschnitten. Die Stromleitung wurde gekappt und das Wasserwerk besetzt. Da haben sich die Indios einen Bärendienst geleistet und quälen die eigene Bevölkerungsgruppe.

Proteste Nicht nur in Ambato, sondern an vielen Orten, werden die Lebensmittel knapp und in einigen Bezirken sagt man, da sollen die Menschen schon hungern. Doch eine Bestätigung habe ich noch keine und ein gut informierter Freund meint, soweit ist es noch nicht. Es kommt ja kein Nachschub. Das Militär muss z.B. die drittgrößte Stadt Quenca aus der Luft versorgen.

Im Oriente wurden die Ölförderanlagen besetzt und abgeschaltet.

An den strategisch wichtigen Stellen, wie Regierungsgebäude, Wasser- und Stromwerke usw. gibt es jetzt eine nächtliche Ausgangssperre von 20:00 bis 5:00 Uhr.

Es gibt auch viele Ecken im Land wo es total ruhig ist und die Leute den Aufstand nur aus dem Fernsehen mit bekommen. Selbst in den Großstädten wie z.B. Guayaquil sind große Gebiete sehr ruhig.

Von dem immensen Schaden für das Land abgesehen sind die Leidtragenden bei diesem politisch motiviertem Aufstand die arme Bevölkerung, die von der Hand in den Mund lebt. Da sehr viel geschlossen ist fehlen die Verdienstmöglichkeiten. Der Aufstand dauert schon über eine Woche und z.B. Restaurant-, Ladenbesitzer, Bus-, LKW und Taxifahrer stehen jetzt ohne Geld da. Der reichen Oberschicht ist das egal, denn sie beteiligt sich nicht an den Aufstand.

Drei recht informative Links über dieses Thema
World Socialist Web Site
amerika21
nachdenkseiten

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