Gruppenbild Aguas Frías mit Stühlen zum Bach Knabe auf der Dorfstrasse Frauen und Kinder Baby mit Schwein im Hof

Blog aus Ecuador

Ohne Telefonnetze keine Kommunikation auf dem Land

Frank Isfort am 14. Juni 2011

Je abgelegener eine Region ist, desto schlechter sind die Telefonverbindungen. Telefonleitungen, Handy- und Fernsehempfang gibt es auf dem dünn besiedelten Land so gut wie gar nicht. Das sind schwierige Bedingungen, die unsere Arbeit nicht angenehmer machen.

Auch wenn weite Teile des Landes keinen Handyempfang haben, so gibt es Stellen, wo er funktioniert. Auch wenn diese Stellen nur einige Quadratmeter gross sind, wie z. B. in Cabo San Francisco am Strand, in Carlos Concha auf dem rechten Berg und in Aguas Frías auf einem mit Büschen bewachsenen Felsen, direkt an der Piste. Dort versuchen die Leute zu telefonieren und wechseln die Stellen in der Hoffnung, das Funksignal zu erwischen. Es geht einfach nicht und macht keinen Sinn, wenn man nur die Hälfte versteht und die Verbindung plötzlich abreißt.

Einige Leute freuen sich über telefon- und fernsehfreie Zonen; für sie gibt es dort keine Strahlenbelastung. Doch für andere ist die Belastung anders. Für die Farmer ist die Koordination des Transportes der Ernte schwierig und für uns der Kontakt zu den Frauen. Was macht man, wenn Fragen geklärt werden müssen, man kurzfristig einen Termin absagen und verlegen will, oder was auch immer? Da die Fahrt nach Aguas Frías und Carlos Concha lange dauert, umständlich und beschwerlich ist, können wir manchmal nicht vorher hinfahren und Bescheid geben. Manchmal fallen Termine aus, ohne dass die Leute vorher Benachrichtigt werden können.

Ich war mehr als zehn Mal wegen des Grundstückes und des Vertrags dazu in Carlos Concha. Bis auf zweimal hätte ich es auch telefonisch machen können. So was ist für mich weggeworfene Zeit.

Um die Kinder in Agua Frías zusammen zu trommeln, muss jemand von uns in das kleine Restaurant von Don Ciros Frau in Esmeraldas gehen, damit sie ihrem Mann, der in Aguas Frías wohnt, unsere Nachricht gibt. Der kommt aber höchstens einmal die Woche in die Stadt, weil er lieber auf seiner Farm lebt, wo wir zuerst die Hausaufgabenhilfe gegeben haben. Doch immer klappt es auch nicht. Wegen einer Terminverlegung habe ich einmal Don Ciro einen Zettel da gelassen, aber er hat wohl vergessen den Kindern Bescheid zu sagen. Auf jeden Fall waren nur eine handvoll Kinder da, dumm gelaufen.

Manchmal bin ich auch das Medium um Informationen der Leute zu Freunden oder anderen Familiemitgliedern zu übermitteln. Das ist durch die schlechte Verständigung mit den alten Leuten oft schwierig. Viele sprechen so ein Kauderwelsch, dass selbst Ecuadorianer schlecht verstehen können, geschweige denn ich. Weil viele alte Leute nicht schreiben können, springen die Kinder ein und helfen fleißig mit. Meist suche ich mir einen Kleinen aus der alles aufschreibt. Während er sich quält, die Worte richtig auf das Papier zu bringen, schreien die anderen im großen Pulk durcheinander rein.

Kommunikation abseits der Technik.

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