Gruppenbild Aguas Frías mit Stühlen zum Bach Gruppenbild Aguas Frías Unterrichtsort Kinder am langen Tisch

Blog aus Ecuador

Neues vom Unterricht

Frank Isfort am 4. Oktober 2012

UnterrichtUnterrichtUnterricht

Unsere Hilfe ist dank der neuen Schule einfacher und leichter für uns geworden. Doch das heißt nicht, dass dieses stetige Auf und Ab der Probleme, wie bei den nahen Pazifikwellen, eine Ende gefunden hätte. Da wir nicht in der Lage sind einen Lehrer zu bezahlen, wird die Hausaufgabenhilfe von älteren Schülern gemacht, die jetzt allerdings von der Schule aus einen Kurs haben und eine Zeitlang nicht mehr können. Dazu kommt noch, dass Evelin sich mit einigen Kindern gezofft hat, jetzt bockig ist und auch nicht mehr kommt. Bleiben uns noch Paúl und Mariela, die samstags kommen.

Das ist halt das Problem mit den Schülern die uns jetzt fehlen. Auch dass die Hilfe durch Schüler nicht so gut ist wie sie sein könnte. Wenn Isabel und Hector den Unterricht machen, hat es eine andere Qualität und ist effektiver. Leider haben sie nicht die Zeit, mehrmals die Woche zu kommen und ich bin kein guter Lehrer, wenn es viele Kinder hat. Ich kann besser in kleinen Gruppen und Einzelunterricht geben.

Deshalb habe ich mittwochs eine neue Gruppe gegründet, um mit einer Handvoll Kinder, die in Atacames zur höheren Schule gehen, Englisch zu üben. Die Schulbücher sind gar nicht so schlecht, nur die Kinder wissen eigentlich nicht, was sie machen sollen und verstehen den Unterrichtsstoff nicht. Die Hausaufgaben machen dann andere Kinder oder es wird jemand bezahlt, der Englisch kann und die Hausaufgaben für die Kinder macht. Für mich ist das ein Lehrerproblem. Es gibt z. B. Englischlehrer, die selber kein Englisch können. Deshalb ist es kein Wunder, dass keines der Kinder einen richtigen Satz sprechen kann und nur irgendwelche Wörter aufgesagt werden, von denen sie auch oft nicht die Bedeutung wissen. Für mich ist ein solcher Englischunterricht unsinnig. Ich werde mich auch nicht in den Unterricht einmischen, sondern immer nur wieder die nötigsten Redewendungen mit ihnen üben die nötig sind, wenn sie mal auf Ausländer treffen sollten.

Unterricht

Dixón entwickelt sich gut als Hilfelehrer und ist stolz, weil er sich um die Notebooks kümmern darf. Er baut alles mit den anderen Kindern auf und achtet darauf, dass jeder vorsichtig mit den Rechnern umgeht. So kann ich zwischendurch mal weggehen und die Kinder eine Zeitlang allein lassen. Es passiert nichts. Auch die Angewohnheit der Ecuadorianer, immer wieder mit den Fingern am Monitor zu grabschen, habe ich den Kindern so gut wie abgewöhnt. Die Notebooks sind der ganze Stolz der Kinder und einige kommen hauptsächlich deshalb.

Unterricht-Compu

Da die Jungen etwas rabiater sind, wenn es um die freien Plätze oder die Maus an den Notebooks geht, habe ich die erste Hälfte des Unterrichts an die Jungen vergeben und die zweite Hälfte an die Mädchen. Einige Strategen sind oft zu spät gekommen. Wenn es hieß – “wechseln, es ist Mädchenzeit” – dann haben sie zuerst blöd geschaut. Jetzt kommen sie pünktlich, um länger am Rechner verbringen zu können, und die Mädchen haben hinterher mehr Ruhe.

Unterricht

Es gibt noch kein fließendes Wasser und daher muss alles aus dem Bach geholt werden. Samstag in der Pause müssen sich die Kinder deshalb sechs Liter Plastikflaschen schnappen und gemeinsam zum Bach gehen, um Nachschub für die Kindertoiletten zu holen. Ich habe keine Lust den Laufboy zu spielen und die Kinder zu sehr zu verwöhnen. Auch wenn sie schon mal murren, im Wasser haben sie wieder Spaß. Wer auf eine schöne Toilette mit Wasserspülung will, soll auch schleppen.

UnterrichtUnterricht

Jetzt wo Judith weg ist, habe ich leider keine Volontärin mehr, die mir unter die Arme greifen kann. Doch Ende des Monats kommen Mitarbeiter von VASE in Aguas Frías vorbei, um sich ein Bild von unserer Arbeit zu machen. VASE vermittelt Freiwillige, meist für längere Zeit, an Organisationen wie unsere. Ich hoffe, wir in Zukunft regelmäßig zwei oder drei Volontäre hier haben. Das wäre eine große Hilfe für uns!

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