Gruppenbild Aguas Frías lernende Kinder an Tischen Mädchen auf dem Küchentisch Unterrichtsort in der Kirche Kinder mit Schwein

Blog aus Ecuador

Karneval mit Wasser und Schaum

Frank Isfort am 1. März 2016

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Wie jedes Jahr ist es ein Highlight für die Kinder und sie fragen schon Wochen vorher, ob ich wieder für jeden eine Schaumdose habe.

Seit einigen Jahren ist es zwar verboten Leute nass zu spritzen oder mit Wasser zu übergießen. In den Städten halten sich die Menschen daran, auf dem Land jedoch, wie bei uns in Aguas Frías, wird es ignoriert. Da spritzen die Leute fleißig drauf los und ich habe eigentlich keine Chance dem zu entgehen. Es sei denn, ich bleibe im Bett – doch das ist langweilig.

Mit unserem Brunnen haben die Kinder jetzt Wasser in Hülle und Fülle, was sie auch ausnutzen. Ich habe 3 größere Wassertonnen und 2 Schläuche die ununterbrochen in Gebrauch waren. Es ist schon nett anzuschauen, mit welchem Eifer sie sich überschütten und bespritzen. Sie sollten sich erst einmal austoben. Jede Schüssel, Eimer und Plastikkrug, welche ich vorher noch etliche gekauft hatte, waren im Einsatz. Dixon hat geduldig die Behälter mit einem Schlauch gefüllt, die sofort über irgendwelchen Köpfen wieder geleert wurden. Der Gesichtsausdruck der Kinder war manchmal köstlich anzuschauen. Nach dem Motto „So, dem habe ich es jetzt gezeigt“.

Die Schaumdosen habe ich nach einer Stunde auf den Tisch gestellt und meine Augen konnten gar nicht so schnell folgen, wie die Kiste leer war. 40 Dosen in gefühlter halber Sekunde in Kinderhänden, die nur darauf warteten, die anderen voll zu schäumen. Ich hätte gut und gerne noch 20 Dosen mehr gebraucht, doch das ist eine Geldsache. Eine Dose kostet 2 Dollar und es standen zu der Zeit 38 Kinder auf der Liste. Klar kommen immer mehr Kinder, doch ich muss auch Grenzen setzen. So wurden die Dosen auch mal (natürlich ungerne) an andere Kinder weiter gegeben. Die „überfallenen“ eingeschäumten Kinder haben sich danach unter den Wasserschlauch gestellt oder sich einen Eimer Wasser über den Kopf gegossen, um wieder sehen zu können. Das Ganze wurde mit Schreien und Kreischen untermalt. Die kleineren Kinder waren zuerst etwas ängstlicher, doch auch sie haben fleißig gesprüht. Einige Mädels hatten einen Riesenspaß, den anderen heimlich einen Hasenschwanz auf die Hose zu sprühen und Bethsy hat Ingrid Thais noch ein Bärtchen aus Schaum gemacht.

Natürlich hält so eine Dosenfüllung nicht ewig und es gab einige Kinder, die sich den Schaum eingeteilt haben. Hinterher konnten sie ohne Gegenwehr die anderen besprühen. Immer wieder stand ich unfreiwillig im Mittelpunkt, weil sich Kinder hinter mich versteckten, sich festgekrallt haben und die anderen fleißig weiter gesprüht haben. Der größte Spaß war natürlich mich mit einer Horde zu überfallen und eimerweise Waser über mich zu schütten.

Das Ende kam, als viele anfingen zu frieren. Ich habe zwar alle Handtücher die ich hatte den Kindern gegeben, doch irgendwann ging es nicht mehr und sie sind nach Hause gegangen. Bethsy und ihre Schwestern sind noch länger geblieben. Sie haben an der Tafel Wörterraten gespielt, bis die Mutter sie abgeholt hat.

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