Gruppenbild Aguas Frías spielende Knaben unter dem Haus Mädchen auf dem Küchentisch zuversichtlich in die Zukunft Frau in der Küche

Blog aus Ecuador

Die momentane Situation in der Sonnenschule und in Ecuador

Frank Isfort am 27. Juli 2020

Schulanfang

Viel hat sich nicht verändert in den letzten Monaten. Die Situation in Guayaquil hat sich verbessert, dafür sind die Covid-19 Erkrankungen in viele andere Städte, wie auch die Hauptstadt Quito, explodiert.

Trotz Ausgangssperren und Reiseverbot hat Ecuador eine rasante Verbreitung des Virus. Es fehlen auch Kontrollen, oder sie findet an den falschen Orten statt. Wo es nötig wäre eskaliert die Situation sofort, es fliegen Steine und Autos und Motorräder der Polizei werden angezündet. Es gibt mittlerweile in Quito einige rechtsfreie Stadtteile. Wenn die Bevölkerung nicht mitzieht haben die Maßnahmen keine Chance.

Überlandbusse fahren nicht und die Stadtbusse in Quito haben kaum Fahrgäste und werden wahrscheinlich ihren Service bald einstellen müssen. Die drei großen Stadtlinien sind jedoch oft sehr voll. Ein Freund hat mir erzählt, dass er die Ecovia nur einmal benutzt hat und von 12 Verkäufern im Bus teilweise sehr aggressiv angegangen wurde. Die Not ist groß denn normalerweise hat es ein oder zwei Verkäufer im Bus. Er hat die Befürchtung, dass es wieder zu Busüberfällen kommen wird, was auf den Straßen schon geschieht.

Ignoranz, Armut und Bevölkerungsdichte in den Ballungszentren fördern die Verbreitung des Virus. Menschen ohne festes Arbeitsverhältnis leben oft von der Hand in den Mund und können es sich nicht leisten, zu Hause zu bleiben.

Die meisten machen sich ja vor allem Sorgen um ihren Arbeitsplatz. „Wir müssen wieder zurück zur Arbeit, sonst könnte die Wirtschaft in eine sehr schwierige Situation geraten“.

Das war gestern. Heute haben die Menschen andere Sorgen. Finde ich überhaupt wieder Arbeit? Bricht die Wirtschaft ganz zusammen? Versinkt das Land ganz im Chaos und Gewalt? Wer kann das Beantworten? Mir macht es jedenfalls Angst zur geliebten Sonnenschule zurück zu kehren.

Hier habe ich einige WhatsApp-Nachrichten von Freunden einkopiert die durch die Bank weg keine Zuversicht verbreiten und deprimiert klingen.

Hallo Frank
Besser bist du in Deutschland aufgehoben. Hier herrscht ein großes Chaos. Bin ohne Arbeit, Bäckerei und Restaurant geschlossen, traurige Stimmung und die Ersparnisse sind fast weg.
Grüße …

Hallo Frank,
Schöne Grüße aus Quito. Hier ist es wirklich bedrückend. Besser, wenn Du erst nächstes Jahr wieder kommst. In Cumbayá bekommst Du weniger mit, aber insgesamt ist es chaotisch. Am meisten beeindruckt mich, dass es auch tagsüber oft totenstill ist, nachts wegen der Ausgangssperre sowieso. Und die vielen Menschen, die psychisch kaputt sind und die wie Zombies rumlaufen.
Außerdem sind bereits viele Geschäfte pleite. Ich erkenne nicht mehr das Land wieder.
Pass auf Dich auf und lass es Dir gut gehen in Deutschland, …

Hallo Frank
Danke für deine Nachricht! Hier ist alles korrupt, ja. Aber in unserer Stadt war das ja schon immer so, wie ich dir schon erzählt habe. In Quito sind die Spitäler voll, oder in den Privatkliniken 70.000 USD oder Tod wenn man wegen Covid-19 Intensivbehandlungen braucht. Und die Politik hier, na ja. Nächstes Jahr sind Wahlen, aber ich denke es wird sich wenig ändern (können). Für deine Gesundheit drücke ich dir die Daumen.
Grüße …

Hallo Frank
Wie du ja aus den Nachrichten weißt, ist die Situation in Quito nicht gerade rosig. Eigentlich müsste ein weiterer Lockdown angeordnet werden, aber die Verantwortlichen können es nicht der Bevölkerung vermitteln. So breitet sich das Virus ungehindert aus. Die Fachleute befürchten den Peek im November.
Wir wünschen dir alles Gute!

Einige Infos von Isabel, der Leiterin der Sonnenschule:

Ich bin ja wegen einer Krankheit in Deutschland und Isabel hält mich mit WhatsApp-Nachrichten auf dem Laufenden was so in der Sonnenschule und Drumherum passiert. Ich habe einfacher halber das Google-Übersetzungsprogramm genommen und nur den größten Wirrwarr korrigiert.

In Aguas Frías gibt es Corona. Don Ciro und sein Bruder mit Corona infiziert und da sie bereits sehr schwach waren, widerstand er nicht (Don Ciro).
… daher sind wir mit Menschen in Kontakt und liefern Essenssets, Toiletten usw.
… es kamen Millionen von Pickeln aus dem Körper, abgesehen davon, dass ich mich sehr müde fühle, aber dort greife ich das Virus an. Der Arzt sagt der Teil der ist Virus.
… Julexi ist sicher einer von denen, die du vermisst. Ich habe sie am College eingeschrieben und sie kann wieder Hausaufgaben online gemacht. Eltern haben die Idee eines Lehrers unterstützt und die Kinder nehmen jetzt Unterricht in kleinen Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten.
… Wir suchen nach Möglichkeiten, das Internet auf die Grundlage zu stellen, damit Kinder an ihren Hausaufgaben arbeiten können.
… Suani, Grisyerli sind in der Klassengruppe. Ich habe die Lehrerin gebeten, die ganze Woche in der Sonnenschule zu bleiben.
… Tut mir leid, wenn ich nicht viel schreibe, ich bin sehr, sehr beschäftigt mit diesem Mies-Projekt, das ich übrigens nur dieses Jahr arbeiten werde, nächstes Jahr werde ich keine sehr korrupten Mies sein und ich mag es nicht, so zu arbeiten.
MIES – Ministerio de Inclusión Económica y Social – Ecuador
(MIES – Ministerium für wirtschaftliche und soziale Eingliederung)

… Entschuldigung, wenn ich nicht viele Fotos sende. Ich habe nicht die Gewohnheit, Fotos zum Senden zu machen. Ich werde mein Bestes tun, um mich daran zu erinnern.
… die Kinder machen ihre Aufgaben weiterhin gut.
… Sabrina ist sehr gut im College! Schreibt sie dir?
… wir haben Essenssets geliefert, meine Tante wurde zur Hilfe geschickt, und die Arbeit mit Mies hilft Venezolaner mit Toilettenkits.
… wir liefern den Kindern der Stiftung und den Kindern von Esmeraldas, die meine Tante unterstützt, das notwendige Schulmaterial. Wir arbeiten weiterhin sehr hart. Öfter in der Woche habe ich mich um die Schule gekümmert. Es wurde notwendig einige Dinge zu reparieren. Kinder kommen schmutzig und verletzt herein. Aber Sie können sich vorstellen, was die Unartigen sind, hoffe ich, jetzt mit dem Lehrer machen sie ihr Ding nicht mehr.
… Die Beamten sind herzlose Ratten. Ich schäme mich und bin traurig darüber, wie sie das Geld eines ganzen Volkes stehlen, obwohl sie im Moment am meisten Unterstützung brauchen. Aber wir müssen weiter mit den Widrigkeiten und der schwierigen Situation kämpfen, in der wir uns befinden. Schauen Sie, wie spät es ist und ich kann nicht schlafen, so sind alle Ecuadorianer.
Pass auf dich auf, wir lieben dich und vermissen dich.

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