Gruppenbild Aguas Frías Unterrichtsort mit interessiertem Kalb Unterrichtsort in der Kirche lernende Kinder an Tischen Knabe auf der Dorfstrasse

Blog aus Ecuador

Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen

Frank Isfort am 28. August 2011

Bodenplatte

Endlich ist es soweit! Die Hilfe für die Kinder findet jetzt nicht mehr im Freien statt, sondern in der ersten fertiggestellten Klasse in unserer kleinen Schule San Andrés, in Aguas Frías. Ende August haben die Kinder Tische und Stühle aus der alten, provisorischen Unterrichtsstätte in die neue Klasse getragen. Isabel und die zwei Schülerinnen Jomeira und Mariuxi machen jetzt die Nach- und Hausaufgabenhilfe.

Bis jetzt ist die erste Klasse, das Büro und die Toiletten fertig gestellt. Das Dach ist gesetzt und der Stromanschluß gelegt. Zwar ist alles noch ein Rohbau, doch das macht den Kindern nicht viel. In Ecuador ist es bei vielen Leuten normal, solange bis Geld für den Weiterbau vorhanden ist, im Rohbau zu leben. Für die Menschen ist es ein großer Fortschritt in einem sicheren Steinhaus zu wohnen.

So muß der zweite Bauabschnitt auch bei uns warten, bis das Geld für den Weiterbau gesammelt ist. Es ist eine weitere Etage mit einer Computerklasse und zwei kleinen Zimmern für Volontäre geplant. Danach wird die Außenanlage mit einigen Spielgeräten und der Zaun entstehen.

Wegen den Grundstücksquerelen konnten wir ja erst sehr spät mit dem Bau anfangen. Die Zeit haben wir aber genutzt, um günstiges Baumaterial zu bekommen und günstige Werkstätten, wie Schreinereien und Schlossereien zu suchen. Da waren dann mehr Isabel und Jose Luis gefragt, weil ich als Gringo eh immer viel mehr bezahle als Einheimische.

Der Bau verlief dann auch reibungslos und mit dem Maurermeister und den Helfern aus Agus Frías haben wir großes Glück gehabt. Der Maurermeister wußte was er tat – nicht selbstverständlich in diesem Land – und es wurde gut und schnell gearbeitet. Wegen der Überflutungsgefahr in der Regenzeit, haben wir das Gebäude 1,5 m höher gebaut. So ist gewährleistet, dass wir nicht wie bisher, nasse Füße in der Regenzeit bekommen und es durch´s Dach nieselt.

Technische Hilfsmittel wie z.B. kleine Bagger und Zementmischmaschine gibt es nicht. Sie sind dermaßen teuer, dass es sich keiner leisten kann. In der ganzen Provinz Esmeraldas habe ich noch nie eine Zementmischmaschine gesehen. Alle Löcher für die Pfeiler wurden mit der Hand gegraben. Die Erde, mit zehn LKW angeliefert, wurde mit der Hand verteilt, der Beton wurde mit der Hand gemischt … Trotzdem ist bei der teilweisen mörderischen Hitze ein guter und solider Bau entstanden.

In Ecuador ist es verpönt als Bauherr mit anzupacken. Man steht mittendrin und gibt Anweisungen. Doch das ist nicht meine Art. Auch wenn ich den Helfern körperlich unterlegen war und mir Muskelkater und wunde Finger geholt habe, durch mein Wissen und logisches Denken habe ich auch so schnell Respekt bekommen. Ich denke es war für beide Seiten eine schöne und lehrreiche Zeit.

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