Gruppenbild Aguas Frías Gruppenbild Aguas Frías Kinder im Bach spielende Kinder im Wasser Mädchen auf dem Küchentisch

Blog aus Ecuador

Ankunft in Ecuador

Jan von dem Esche am 29. November 2018

Jan

Mein Name ist Jan, bin 30 Jahre alt und komme aus der Region Aachen.

Ursprünglich komme ich nicht aus dem sozialen Bereich und bin durch Marie, einer ehemaligen Volontärin der Sonnenschule auf das Projekt aufmerksam geworden, was mich sofort sehr angesprochen hat. Schon länger hatte ich ein Volontariat ins Auge gefasst, jedoch hatten mir meist die mangelnde Flexibilität sowie die Rahmenbedingungen anderer Organisationen nicht gepasst. Die Sonnenschule hatte jedoch sofort was Familiäres und greifbares für mich, was ich zum Beispiel bei meinen Google Recherchen bei anderen Organisationen immer vermisst hatte. So entwickelte ich den Gedanken eine Reise nach Ecuador zu planen und habe Kontakt mit Frank aufgenommen.

Da sich Frank zu dieser Zeit in Deutschland befand, konnten wir uns persönlich in Deutschland treffen und alle möglichen Themen und Erwartungen für die Reise abstimmen. Ich fühlte mich daher mehr als gut vorbereitet, auch wenn ich noch nie zuvor in Südamerika gewesen bin. Ein Thema unseres Treffens waren meine geringen Spanisch Kenntnisse. Frank stellte jedoch klar, dass Spanischkenntnisse zwar ein großer Vorteil, jedoch keine zwingende Voraussetzung für die Arbeit sind. Wer möchte, kann zudem vor Ort oder in Quito sehr günstig Spanischunterricht nehmen, um besser klar zu kommen und die Zeit besser genießen zu können. Frank vermittelt hier bei Bedarf gerne.

Er hat mich am Flughafen abgeholt und wir waren zur Eingewöhnung erst einmal einige Tage in Mindo, wo er Freunde hat. Ich selbst hatte nur Handgepäck mit, was für mich ausreichend war. Zudem hatte ich noch einen Koffer mit Kinderkleidung und Stofftieren mitgenommen, was San Andrés e.V. erwartet. Als ich in Quito den Koffer vom Gepäckband hob, war dieser vom Flug völlig ramponiert und die Griffe waren zerstört worden. Das verwunderte mich, Frank jedoch weniger. Der grobe Umgang mit Gepäckstücken auf dem Weg nach Ecuador war ihm bereits bekannt.

Jan

Die Reise startete für uns erst einmal mit zwei Tagen Akklimatisierung in Mindo bevor es dann wirklich in die kleine Gegend Aguas Frías bei Atacames gehen sollte, wo sich die Sonnenschule befindet. Mindo befand sich mehr oder weniger auf der Strecke Richtung Provinz Esmeraldas und war von daher perfekt um langsam einen Eindruck von Ecuador gewinnen zu können. Wir hatten zwei sehr angenehme Tage im Dragonfly Inn. An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Franks Freunden Ingo, Jenni und Isidro für die tolle Unterstützung bedanken. Auch Haushund Dozer hatte große Freude an den langen, ausgiebigen Spaziergängen, die Frank und ich mit ihm unternommen. Nur in die Seilbahn wollte Dozer zum verrecken mit uns nicht einsteigen. Falls man in Mindo ist und einen langen Spaziergang machen möchte, dann ist der Weg zur Seilbahn und den Wasserfällen sehr zu empfehlen.

Nach zwei Tagen Mindo fuhren wir dann weiter in Richtung Sonnenschule. Einer meiner ersten Eindrücke waren die Straßendrempel und die Menschen, die mit ihren kleinen Hütten an den Drempeln zu leben schienen. Die Auto- und Lastwagenfahrer müssen ihre Fahrzeuge extrem runterbremsen um die Drempel zu überwinden. In diesem Moment bietet sich dann die kurze Gelegenheit eines Handels. Es stehen daher bis zu drei Menschen auf den Drempeln in der Mitte der Straße und versuchen, in beide Fahrtrichtungen hin Lebensmittel zu verkaufen. Ein Höllenjob, denn ist z. B. ein Bus gerade über dem Drempel, beginnt dieser wieder zu beschleunigen. Das Bild was sich dann bietet spottet jeder Feinstaub Debatte. Die Menschen verschwinden kurzzeitig in einer tiefdunklen Rauchwolke, samt ihren zumeist unverpackten Lebensmitteln. Dies ist ein kleines Beispiel des ecuadorianischen Alltags. Man spürt sofort, dass Beispiele wie diese absolut normal sind und dass die Luft besonders in den Städten sehr belastet ist. Es existiert einfach keine Sensibilisierung zu dem Thema, sowohl aus Armuts- als auch aus Entwicklungsgründen.

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